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Ordnungswidrigkeiten sind geringere Rechtsverstöße, die nicht als Straftaten verfolgt werden, aber mit Geldbußen geahndet werden können. 

Verwarngeld / Bußgeld als Folge ordnungswidrigen Verhaltens

Bei der Bußgeldstelle der Stadt Hamm handelt es sich um eine zentrale Bußgeldstelle. Hier werden Geschwindigkeitsüberschreitungen und sonstige Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung, Straßenverkehrs-Zulassungsordnung und Fahrerlaubnisverordnung geahndet. Darüber hinaus werden auch Ordnungswidrigkeiten nach den Sozialvorschriften für das Fahrpersonal, Gefahrgut-Verordnung-Straße (GGVS), und allgemeine Ordnungswidrigkeiten aus allen denkbaren Bereichen bearbeitet.

 

Voraussetzungen

Ein Bußgeldverfahren setzt voraus, dass

  • eine Handlung gegen eine gesetzliche Vorschrift verstößt und
  • diese Handlung als Ordnungswidrigkeit normiert ist.

Die Verantwortlichkeit richtet sich nach den allgemeinen Regeln des OWiG.

Bearbeitungsdauer

Die Dauer eines Bußgeldverfahrens hängt vom Einzelfall ab und wird insbesondere beeinflusst durch:

  • Umfang der Ermittlungen
  • Mitwirkung der betroffenen Person
  • Anzahl der Beteiligten
  • ggf. gerichtliche Verfahren

Verfahrensablauf

Ein typisches Bußgeldverfahren ver

  1. Feststellung eines Verstoßes
  2. Ermittlung der verantwortlichen Personen
  3. Anhörung der betroffenen Person
  4. Entscheidung der Bußgeldstelle
  5. Erlass eines Bußgeldbescheids (falls erforderlich)
  6. ggf. Einspruch und gerichtliche Entscheidung durch das Amtsgericht

Erforderliche Unterlagen

Je nach Verfahrensstand können folgende Unterlagen erforderlich sein:

  • Anhörungsbogen (falls zugesandt)
  • Angaben zur fahrzeugführenden Person
  • ggf. Stellungnahme zum Tatvorwurf
  • Vollmacht bei Vertretung durch Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt
  • Unterlagen über die wirtschaftlichen Verhältnisse

Fristen

Wichtige Fristen im Bußgeldverfahren sind u. a.:

  • Einspruch gegen Bußgeldbescheid: innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung
  • Verjährung, abhängig von der Höhe der festzusetzenden Geldbuße (§ 31 Abs. 2 OWiG):

    (2) Die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten verjährt, wenn das Gesetz nichts anderes bestimmt,

    • in drei Jahren bei Ordnungswidrigkeiten, die mit Geldbuße im Höchstmaß von mehr als fünfzehntausend Euro bedroht sind,

    • in zwei Jahren bei Ordnungswidrigkeiten, die mit Geldbuße im Höchstmaß von mehr als zweitausendfünfhundert bis zu fünfzehntausend Euro bedroht sind,

    • in einem Jahr bei Ordnungswidrigkeiten, die mit Geldbuße im Höchstmaß von mehr als eintausend bis zu zweitausendfünfhundert Euro bedroht sind,

      in sechs Monaten bei den übrigen Ordnungswidrigkeiten.

Rechtsgrundlagen

Abfallgesetz_(Bund)
Asylverfahrensgesetz (Bund)
Apothekenbetriebsordnung (Bund)
Betäubungsmittel-VerschreibungsVO (Bund)
Gesetz über die Werbung auf dem Gebiet des Heilwesens Arzneimittelgesetz (Bund)
Atomgesetz (Bund)
Aufenthaltsgesetz (Bund)
Ausländergesetz (Bund)
Artenschutz (Bund)
Abgrabungsgesetz (Land)
Abwassersatzung der Stadt Hamm
Architektengesetz (Land)
ADR s. Gefahrgutrecht (Verkehr)
AETR s. Fahrpersonalrecht (Verkehr)
Arbeitszeitordnung (Verkehr)
AusbildungsO Fahrschüler (Verkehr)
Ausländ. Kraftfahrz. Vers. (Verkehr)
AUTOWRACKS Altautoverordnung
Betäubungsmittelgesetz (Bund)
Betäubungsmittel-VerschreibungsVO (Bund)
Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bund)
Bundesdatenschutzgesetz (Bund)
Bundes-Immissionsschutzgesetz (Bund)
1. Verordnung zum BImSchG - 1. BImSchV (Bund)
Bundesnaturschutzgesetz (Bund)
Bundesseuchengesetz (Bund)
Bundesstatistikgesetz (Bund)
Bundessozialhilfegesetz-BSHG (Bund)
Bundeswahlgesetz (Bund)
Bauordnung für das Land NW (Land)
Wärmeschutzverordnung - s. Energieeinsparungsgessetz (Land)
Beförderung gefährlicher Güter - s. Gefahrgutrecht (Verkehr)
BOKraft-Betrieb von Kraftfahrzeugen im Personenverkehr (Verkehr)
BOStrab-Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung (Verkehr)
Bundesfernstraßengesetz (Verkehr)
Denkmalschutzgesetz (Land)
Droschkenordnung der Stadt Hamm Energiewirtschaftsgesetz (Bund)
Energieeinsparungsgesetz (Bund) = WärmeschutzÜVO/BauONW
EWG VO - s. Fahrpersonalgesetz (Verkehr)
Fleischhygienegesetz - s. Lebensmittel FleischhygieneVO - s. Lebensmittel
Flurbereinigungsgesetz (Bund)
Feiertagsgesetz (Land)
Feuerschutzgesetz (Land)
Feuerungsverordnung (Land)
Fischereigesetz (Land)
Fernstraßengesetz - s. Bundesfernstraßengesetz
Fahrlehrergesetz (Verkehr)
Fahrpersonalgesetz (Verkehr)
Gaststättengesetz (Bund)
Gentechnikgesetz (Bund)
Gerätesicherheitsgesetz (Bund)
Gewerbeordnung (Bund)
Getränkeschankanlagenverordnung (Bund)
Garagenverordnung (Land)
Gaststättenverordnung (Land)
Gaststättenbauverordnung (Land)
Giftverordnung (Land)
Güterkraftverkehrsgesetz (Verkehr)
GÜKG-VO über den grenzüberschreitenden Verkehr etc. (Verkehr)
GÜKG Ersatz- MietfahrzeugVO etc. (Verkehr)
Gefahrgutrecht (Verkehr)
Handwerksordnung (Bund)
Heimgesetz (Bund)
Heilwesengesetz (Werbung)(Bund)
Hafenordnung (Land)
Hundehaltung im Freien Hundsteuersatzung der Stadt Hamm Jugendschutzgesetz (Bund)
Jugendgefährdende Schriften (Bund)
Immissionsschutzgesetz (Land)
Jagdgesetz (Land)
Katastrophenschutzgesetz (Bund)
Kulturgutschutzgesetz (Bund)
Kindergeld/Sozialgesetzbuch (Bund)
Kampfmittelverordnung (Land)
Katastergesetz (Land)
Kraftfahrsachverständigengesetz (Verkehr)
Ladenschlußgesetz (Bund)
LEBENSMITTEL- und Bedarfsgegenständegesetz Fertigpackungsverordnung
Fleischhygienegesetz
Fleischhygiene-VO
Fleisch-VO
Frauenmilchsammelstellen-VO
Hackfleisch-VO
Handelsklassengesetz
Hygiene-VO
Kennzeichnungs-VO
Kosmetik-VO
Milch-VO
Nährwert-Kennzeichnungs-VO
Speiseeis-VO
Trinkwasser-VO
Preisangaben-VO
Verpackungs-VO
Zusatzstoff-Zulassungs-VO
Landschaftsgesetz (Land)
Leichenwesen (Land)
Landschaftsplan (Land)
Makler- und Bauträger-VO (Bund)
Meldegesetz (Land)
Ordengesetz (Bund)
OWiG (Bund)
Personalausweisgesetz (Bund)
Pflanzenschutzgesetz (Bund)
PflegeversicherungsG / SGB (Bund)
Preisangaben-VO - s. Lebensmittelrecht (Bund)
Ordnungsbehördliche Verordnungen
Personalausweisgesetz (Land)
SGB XI Pflegepflichtversicherung
Pressegesetz (Land)
Personenbeförderungsgesetz (Verkehr)
Pflichtversicherungsgesetz (Verkehr)
Rundfungebührenstaatsvertrag (Land)
Seuchengesetz - (Bund)
Schwarzarbeit (Bund)
SGB XI (Bund)
Sprengstoffgesetz (Bund)
Statistikgesetz (Bund)
Strahlenschutzvorsorgegesetz (Bund)
Spielverordnung (Bund)
Sammlungsgesetz (Bund)
Sozalhilfe-BSHG (Bund)
Sozialgesetzbuch/Kindergeld (Bund)
Tierschutzgesetz (Bund)
Tierseuchengesetz (Bund)
Schulpflichtgesetz (Land)
Smog-Verordnung (Land)
Sondernutzung (Land + Satzung Stadt Hamm)
Straßenreinigungsgesetz (Land)
Straßen- und Wegegesetz (Land)
Schornsteinfegergesetz (Land)
Schlammabfuhrsatzung der Stadt Hamm
Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung - s. BOStrab (Verkehr) Straßenverkehrsvorschriften - s. gesonderten Tatbestandskatalogers
Sozialvorschriften im Straßenverkehr
Tarifüberwachungsverordnung (Verkehr Umweltgesetz - s. Bundesimmissionsschutzgesetz
Unterhaltssicherungsgesetz (Bund)
Unterhaltsvorschußgesetz (Bund) BAfög - s. Bundesausbildungsförderungsgesetz
Verpackungsverordnung (Bund)
Versammlungsgesetz (Bund)
Verordnung der Stadt Hamm als Ortssatzung VersteigererVO (Land)
ViehverkehrsVO (Land)
WärmeschutzÜVO - s. Landesbauordnung
Waffengesetz (Bund)
Wasserhaushaltsgesetz (Bund)
Werbung auf dem Gebiet des Heilwesens (Bund)
Wohnungsbindungsgesetz (Bund)
Wirtschaftsstrafgesetz (Bund)
Wohnungsvermittlungsgesetz (Bund)
Wassergesetz (Land)
Wohnungsgesetz (Land)
Wegegesetz (Land)
Werkfernverkehrs-VO (Verkehr)
Werkverkehr Einsatz von Ersatzfahrzeugen - s. GüKG Zivilschutzgesetz (Bund 

Rechtsbehelf

Gegen einen Bußgeldbescheid kann Einspruch eingelegt werden.

  • Frist: zwei Wochen nach Zustellung
  • Form: schriftlich oder zur Niederschrift bei der zuständigen Behörde

Nach einem Einspruch prüft die Behörde den Bescheid erneut. Wird der Einspruch nicht zurückgenommen, entscheidet in der Regel das Amtsgericht.

Hinweise und Besonderheiten

Weitere Informationen erhalten Sie unter anderem bei:

  • Bußgeldstelle. Die Ansprechperson geht aus an Sie gerichtete Schreiben hervor.
  • Amtsgerichten
  • Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten

An Wen Wenden

Sie können sich an die Ansprechperson wenden, die in den Schreiben, die Sie erhalten haben, aufgeführt ist. 

Kosten

Die Kosten setzen sich regelmäßig zusammen aus:

  • dem Bußgeld: Dies ist der Betrag, der aufgrund des eigentlichen Verstoßes (z. B. eine Geschwindigkeitsüberschreitung oder ein Parkverstoß) festgesetzt wurde.
  • den Gebühren: Sobald ein Bußgeldbescheid erstellt wird, fallen Verwaltungsgebühren an. Diese betragen in der Regel 5 % der Bußgeldsumme, mindestens jedoch 25,00 Euro (§ 107 Abs. 1 Satz 3 OWiG)
  • den Auslagen: Hierzu zählen vor allem die Kosten für die Zustellung des Bescheides per Post (Postzustellungsurkunde), die bei 3,50 Euro liegen (§ 107 Abs. 3 Nr. 2 OWiG. Auch zu den Auslagen zählen z.B. Kosten für Gutachten.

Sollten Sie nicht in der Lage sein, die gegen Sie festgesetzte Geldbuße in einer Summe zu zahlen, steht es Ihnen frei, einen Antrag auf Zahlungserleichterung (Stundung oder Ratenzahlung) zu stellen.

Bevor über eine Zahlungserleichterung entschieden werden kann, benötigen die Sachbearbeitenden Unterlagen über Ihre Einkünfte (z. B. Gehaltsabrechung, letzter Bewilligungsbescheid des Arbeits- oder Sozialamtes oder ähnliches) und Ihre Zahlungsverpflichtungen (z. B. Mietquittungen, Rechnungen, Versicherungen, etc.).

Die Voraussetzungen (wirtschaftliche Notlage) für eine Zahlungserleichterung müssen nicht nur erklärt, sondern auch nachgewiesen werden.