Pflegebedürftigkeit - Kurzzeitpflege [DL]

Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege kann in Anspruch genommen werden, wenn die häusliche Pflege zeitweise nicht, noch nicht oder nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden kann. Meistens für eine Übergangszeit im Anschluss an eine stationäre Behandlung des Pflegebedürftigen oder in sonstigen Krisensituationen, in denen vorübergehend häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich oder nicht ausreichend ist, z. B. wenn die pflegende Person selbst erkrankt ist oder sich im Urlaub befindet.

Die Leistungen der Pflegeversicherung (SGB XI) gehen denen der Hilfe zur Pflege nach dem SGB XII vor.

Die Pflegekasse zahlt hier, ab dem Pflegegrad 2, einen festen Betrag. Z. Zt. beträgt dieser 1.612,00 € pro Kalenderjahr für die pflegebedingten Aufwendungen.

Seit dem 01.01.2017 besteht ein Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Höhe von monatlich 125,00 €. Dies gilt für die Pflegegrade 1 bis 5. Dieser Anspruch ist vorrangig zur Deckung der Kosten einzusetzen. Aus diesem Grunde ist bei der zuständigen Pflegekasse ein entsprechender Antrag zu stellen.

Reichen die Leistungen der Pflegekasse und das Einkommen und Vermögen des Pflegebedürftigen, und ggf. des Ehegatten, eingetragenem Lebenspartner, nicht aus, um die Kosten der Kurzzeitpflege zu zahlen, können ergänzend Leistungen nach den §§ 61 ff SGB XII beantragt werden.

Voraussetzungen:

Die Kostenübernahme aus Sozialhilfemitteln ist neben den gesundheitlichen Voraussetzungen auch abhängig vom Einkommen und Vermögen des Hilfesuchenden. Ist dieser verheiratet oder lebt in einer eheähnlichen Gemeinschaft, so ist auch das Einkommen und Vermögen des Ehegatten bzw. des Lebenspartners zu berücksichtigen.

Die Einkommensgrenze wird individuell ermittelt. Grundsätzlich ist jedoch bei einer alleinstehenden Person von einem Betrag von z. Zt. 832,00 € zuzüglich angemessene Kosten der Unterkunft auszugehen und bei Ehepaaren bzw. eheähnlichen Gemeinschaften von einem Betrag von z. Zt. 1.124,00 € zuzüglich angemessene Kosten der Unterkunft (ohne Heizkosten).

Zum Einkommen zählen sämtliche Einkünfte, die erzielt werden (z.B. Renten, Mieten, Erwerbseinkommen, Wohngeld etc.).

Das Vermögen ist die Gesamtheit aller in Geld bewertbaren Güter einer Person (z.B. Rückkaufswerte von Lebens- und Sterbeversicherungen, Sparbücher, Sparverträge, Bausparverträge, Aktien, Girokontoguthaben etc.).

Die Vermögensfreigrenze für eine alleinstehende Person liegt derzeit bei 5.000 € und für Ehepaare bzw. eheähnliche Gemeinschaften bei 10.000 €.

Beträge, die über die Vermögens- und Einkommensgrenze hinausgehen, sind vorrangig zur Deckung der beantragten Hilfeleistung einzusetzen.

Verfahren, Antrag und benötigte Unterlagen:

Für die Leistungsgewährung nach dem SGB XII ist die Aufnahme eines formellen Grundantrages erforderlich. Kommen Sie dazu bitte mit den benötigten Unterlagen persönlich während der Sprechzeiten vorbei oder vereinbaren Sie vorab telefonisch einen Termin mit Ihrem entsprechenden Sachbearbeiter.

WICHTIG!!!

Bitte beachten Sie, dass Sozialhilfe frühestens ab dem Zeitpunkt gezahlt wird, ab dem der Bedarf bekannt geworden ist.

D. h., wenn Sie sich z. B. am 11.11.2017 bei Ihrem Sachbearbeiter melden, um einen Antrag zu stellen, werden auch nur die Kosten im Rahmen der Sozialhilfe berücksichtigt, die ab dem 11.11.2017 entstehen. Sollte der Hilfebedürftige bereits vorher, z. B. bereits ab 06.11.2017 zur Kurzzeitpflege aufgenommen worden sein, so können die anfallenden Kosten für die Zeit vom 06.11 – 10.11.2017 nicht aus Sozialhilfemitteln übernommen werden.

Es ist daher in Ihrem Interesse Ihren Sachbearbeiter rechtzeitig, auch telefonisch, zu informieren.

Buchstabe  Name Telefon
A - Do Frau Gehl 17-6721
Dr - Heq Frau Schreiber 17-6722
Her - Ki Frau Velmerig 17-6751
Kj - Kw Frau Cramer 17-6723
L - Po Herr Schönfelder   17-6726
Pr - Sol Frau Stalljohann 17-6724
Som - Z Frau Feldhaus 17-6725
 
 

Zuständige Organisationseinheit

Hilfe bei Pflegebedürftigkeit

Westentor 1 - 3
59065 Hamm